Empört Euch: Virales Markteing
by Markus Schlieter • 20. September 2012 • Blogosphäre • 0 Comments
Bild: © Gerd Altmann pixelio.de
Die Blogospäre war einigermaßen entsetzt. Man war sich sehr schnell einig, dass sich keiner gerne verkackeiern lässt. Was war geschehen?
Auslöser der größen Empörung war eine an sich löbliche Geschichte im Interesse der Volksgesundheit. Die Deutsche Krebshilfe hat eine virale Aktion gestartet, um auf die Gefahr von Hautkrebs durch Solarien aufmerksam zu machen. Dazu wurde scheinbar ein Schwein in einem Labor starker UV-Strahlung ausgesetzt. Das gezeigte Ergebnis waren ekelhaft anmutende Geschwüre. Einige Tage war nicht klar, wer hinter dieser “Sauerei” steckt. Klar war nur, es kann nicht angehen, dass ein Schwein so behandelt wird. Der mediale Aufschrei war perfekt.
Als dann endlich rauskam, was und wer hinter der Aktion steckt, blieben immer noch Fragen offen. Sind Solarium-Nutzer Schweine? Interessiert das Thema keine alte Sau? Warum ausgerechnet Rosi? Warum ausgerechnet ein Schwein? Viele Fragen, keine Antworten.
Fraglich bleibt außerdem, ob die Deutsche Krebsstiftung erreichen konnte, was sie beabsichtigt hatte. Denn wo man hinschaut dreht sich die Diskussion nun nicht um die Nutzung von Solarien, sondern primär um die Nutzung viralen Marketings. Als Werbe-Controller müsste man messerscharf urteilen und sagen, dass der Schuss klar am Ziel vorbei, um nicht zu sagen: nach hinten los ging. Wenn es allerdings nur darum ging, die Deutsche Krebshilfe einmal mehr in den Medien zu platzieren, dann Hut ab, das ist gelungen.
Jeder möge sich aber sein eigenes Bild machen: www.rosi-hat-schwein-gehabt.de